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Wissenschaftsförderung

Hessen unterstützt Hochschulen und Forschungsinstitute beim Aufbau digitaler Infrastrukturen, um ihre Angebote insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen besser zugänglich zu machen.
  • Wissenschaftsförderung

Das Ziel, Forschung besser erreichbar zu machen, verfolgt das Land derzeit mit Hilfe verschiedener Förderstrukturen: Besonders hervorzuheben ist dabei das themenoffene Programm LOEWE (Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK). LOEWE ermöglicht hessischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, profilbildende wissenschaftliche Themenfelder weiter zu entwickeln.

Hinzu kommt die Förderung von IT-Infrastrukturen im Rahmen des Hessischen Hochschulpaktes für den Zeitraum 2016 bis 2020. Auch die Grund- und Projektfinanzierung für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen durch das HMWK ist in diesem Zusammenhang zu sehen [1]. Dies trifft in besonderem Maße auf die stark auf Vermarktung und Verwertung ausgerichteten Fraunhofer-Institute zu.

Das Land und die hessischen Hochschulen unterstützen mit zahlreichen Maßnahmen die Gründung von Start-ups aus dem universitären Kontext heraus. Dazu wurden in den letzten Jahren an den Hochschulen verstärkt Beratungs- und Betreuungsangebote für potenzielle Gründer sowie Lehr-und Qualifizierungsangebote zum Thema Entrepreneurship aufgebaut.

Besondere Erfolge haben die Uni Kassel und die TU Darmstadt erzielt. Sie wurden als Gründerhochschulen ausgezeichnet. Das Land fördert innovative Ausgründungen aus diesen beiden Universitäten durch offene Beteiligungen des Beteiligungsfonds Hessen Kapital als Pilotprojekte und beabsichtigt, diese Möglichkeit auch anderen Universitäten und Hochschulen bei Interesse zu gewähren.

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Maßnahmen zur Zielerreichung

LOEWE Exzellenz-Förderung von IT-Forschungsprojekten

Für IT-Forschungsprojekte können in Hessen die Mittel der LOEWE-Förderung in Anspruch genommen werden. LOEWE ist ein unbefristetes Landesprogramm außerhalb des Hochschulpakts und der institutionellen Förderung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen. LOEWE finanziert seit 2008 hervorragende wissenschaftliche Vorhaben in den drei Förderlinien LOEWE-Zentren, LOEWE-Schwerpunkte und LOEWE-KMU-Verbundvorhaben. LOEWEProjekte konzentrieren sich auf Themen mit großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz. Hierzu zählen auch zahlreiche IT-Vorhaben.

Im LOEWE-Programm sind seit 2008 rund 80,3 Mio. Euro für IT-Forschungsprojekte bewilligt worden (Stand Mitte 2015).

Im Mittelpunkt der LOEWE-Zentrumsförderung für die IT-Forschung steht die Mitfinanzierung von Bau und Betrieb des LOEWE-Zentrums CASED Center for Advanced Security Research in Darmstadt.

Das CASED bündelt die Aktivitäten der TU Darmstadt, des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie und der Hochschule Darmstadt zum Thema IT-Sicherheit. Dies umfasst Forschung, Entwicklung, Ausbildung und Technologietransfer. Das CASED hat sich zwischenzeitlich zum größten und vermutlich wohl wichtigsten IT-Sicherheitszentrum in Europa entwickelt. Dies wurde durch mehrere externe LOEWE-Evaluierungen bestätigt.

Um bestehende Kompetenzen weiter zu bündeln, wurden die Zentren CASED und EC SPRIDE 2015 in das „Center for Research in Security and Privacy“ (CRISP) überführt.

Bei der Schwerpunktförderung wurden u. a. unterstützt:

  • LOEWE-Schwerpunkt VENUS – Gestaltung technisch-sozialer Vernetzung in situativen ubiquitären Systemen, Kassel (Projektmittel 2010–2013)
  • LOEWE-Schwerpunkt Digital Humanities – Integrierte Aufbereitung und Auswertung textbasierter Corpora, Frankfurt /Darmstadt (Projektmittel 2011–2014)
    LOEWE-Schwerpunkt Cocoon – Kooperative Sensorkommunikation (Projektmittel 2011–2014), Darmstadt
  • LOEWE-Schwerpunkt Always Online? – Ein neues Kommunikationsparadigma für die Kommunikationsgesellschaft (Social Link), Kassel (Projektmittel 2014–2016)

 

Bei den LOEWE-KMU-Verbundvorhaben wurden bislang 62 Projekte im Sektor Informations- und
Kommunikationstechnologie bewilligt (Projektmittel 2008–2017). Hierbei handelt es sich um Forschungsvorhaben, die von kleinen und mittleren Unternehmen aus Hessen zusammen mit Forschungseinrichtungen beantragt werden.

Hinzu kommen Fördermittel, um Forschungsergebnisse der Hochschulen auf Fach- und Leitmessen zu vermarkten. So hat das Land einen Gemeinschaftsstand der hessischen Hochschulen auf der CeBIT organisiert. Messeauftritte sind ein wirksames Instrument, um den Wissens- und Technologietransfer
zu fördern.

 

IT-Infrastruktur an hessischen Hochschulen fördern

Im Rahmen des Hochschulpakts werden die IT-Infrastrukturen der hessischen Hochschulen weiterentwickelt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandortes Hessen zu sichern.

Die hessischen Hochschulen haben durch den Abschluss des Hessischen Hochschulpakts 2016–2020 Planungssicherheit für die kommenden Jahre erhalten.

Auf dieser Basis werden u.a. hochschulübergreifende digitale Projekte zu „technologischer Infrastruktur“, „Medienversorgung“ und „Infrastrukturen für organisatorische Prozesse“ geplant. Diese Bereiche unterteilen sich in insgesamt zehn Handlungsfelder, in denen Infrastrukturen eine erfolgskritische Ressource sind und in denen ein gemeinsames Vorgehen Synergieeffekte für alle Beteiligten erzeugt.

Dies unterstützt die Digitalisierungsprozesse an den Hochschulen zum Nutzen der digitalen Souveränität der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, des Verwaltungspersonals und der Studierenden.

Besonders bedeutsam ist das Hochleistungsrechnen (High Performance Computing – HPC), als eines der zehn Handlungsfelder: Hochleistungsrechnen hat sich neben Theorie und Experiment zur dritten Säule der Forschung entwickelt und ist für das wissenschaftliche Arbeiten mittlerweile unverzichtbar. Simulationen mit Hochleistungsrechnern haben darüber hinaus in Wirtschaft und Industrie eine strategische Bedeutung und gelten als maßgeblicher Faktor für innovative Standorte.

In Hessen wurde in den letzten Jahren an allen Universitätsstandorten leistungsfähige Hochleistungsrechnerhardware angeschafft. Um diese Investitionen zu sichern, werden parallel die Erforschung von Algorithmen und der Aufbau von Methodenkompetenz gefördert.

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Prof. Prömel
Der Wissenschafts-standort Hessen mit seinen starken Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen bietet ideale Voraussetzungen für die Erforschung und Entwicklung innovativer Konzepte für die Herausforderungen der Digitalisierung.

Prof. Dr. Prömel, TU Darmstadt