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Wirtschafts- und Technologieförderung

Die hessische Wirtschaftspolitik stärkt die Innovationskraft des Mittelstands, begleitet den Strukturwandel und fördert junge digitale Unternehmen.
  • Wirtschafts- und Technologieförderung

Für die Wirtschafts- und Technologieförderung stehen zahlreiche Instrumente und Initiativen des Landes zur Verfügung. Dazu zählen klassische Finanzierungs- und Fördermaßnahmen ebenso wie Transfer-und Netzwerkveranstaltungen, umfangreiche Beratungsleistungen sowie das Clustermanagement.

Die Wirtschaftsförderung ist darauf ausgerichtet, über verschiedene Sektoren hinweg Unternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen und digitale Start-ups zu fördern.
Die Technologieförderung des Landes steht im Zeichen der Hessischen Innovationsstrategie und konzentriert sich auf acht Zukunftstechnologiefelder:

  • Life Science, Bioökonomie und Gesundheitswirtschaft,
  • Umwelttechnologie, Energietechnologie und Ressourceneffizienz,
  • Informations- und Kommunikationstechnologie,
  • Automatisierung und Systemtechnik,
  • Nano- und Materialtechnologie,
  • innovative Mobilitäts- und Logistikkonzepte, Elektromobilität,
  • Finanzwirtschaft sowie
  • Kultur- und Kreativwirtschaft.

Diese acht Technologiefelder zeichnen die hessische Wirtschaftsstruktur bereits heute aus. Sie bieten hohe Wachstumspotenziale für nachhaltigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Fortschritt. Zukunftstechnologien nehmen die teilweise disruptiven Entwicklungen der digitalen Transformation am raschesten an und setzen sie positiv um. Sie tragen deshalb wesentlich zu Produktivitätsfortschritten und zur Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Wirtschaft bei. Wegen seiner Querschnittsfunktion wird das Technologiefeld Informations- und Kommunikationstechnologie im Rahmen der Digitalisierungsstrategie konkretisiert.

Zusammengefasst lässt sich die Wirtschafts- und Technologieförderung des Landes fünf Maßnahmenfeldern zuordnen:

  • Wissens- und Technologietransfer optimieren,
  • Innovations- und Technologie-Marketing ausbauen,
  • Kompetenzzentren („Houses of“-Strategie) weiterentwickeln,
  • Digitale Infrastrukturen, einschließlich Programmen zur Beratung des digitalen Transfers, fördern und finanzieren,
  • Cluster- und Netzwerkbildung sowie Digitalisierung fördern und finanzieren.


Zentraler Ansprechpartner für die monetäre Wirtschaftsförderung in Hessen ist dabei die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank). Die WIBank ist in der Struktur-, Wirtschafts-, Sozial- und Wohnraumförderung aktiv. Die Arbeit reicht von der Konzeption, Strukturierung und Bearbeitung von Förderprogrammen oder Einzelprojekten bis hin zur Beratung im Rahmen der monetären Förderung. Zudem führt die WIBank die Konjunktur- und Infrastrukturprogramme von Land und Bund in Hessen durch. Damit erleichtert sie Unternehmen und Existenzgründern den Zugang zur breiten Palette an Fördermöglichkeiten des Landes, des Bundes oder der EU.

Durch zielgerichtete Angebote im Bereich der Förderung der hessischen Wirtschaft unterstützt die WIBank in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen die Innovations- und Digitalisierungsstrategie des Landes. Dabei sind sowohl die bereits bestehenden Förderangebote zu berücksichtigen, wie auch neue Förderangebote zu entwickeln, welche die speziellen Bedarfe von Innovation und Digitalisierung bedienen.

Im Rahmen der Angebote für kleine und mittlere Unternehmen wird gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium ein Digitalisierungs-Check geschaffen. Mit diesem Analysetool kann jedes Unternehmen den Status quo seiner Digitalisierung ermitteln und bekommt Hinweise zu Verbesserungspotenzialen. Zudem wird die Landesregierung ein Programm zur Beratung des digitalen Transfers für KMU (Strategie- und Umsetzungsberatung zur Digitalisierung insbesondere von Geschäftsprozessen, Produkten und Dienstleistungen) auflegen.

Bei der nichtmonetären Technologieförderung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung liegt – wegen der volkswirtschaftlichen Hebelwirkung – ein besonderes Augenmerk auf Schlüsseltechnologien. Hierzu zählen vor allem die Informations- und Kommunikations-, Bio- und Umwelt- sowie Nano- bzw. Materialtechnologien. Die bei der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) angesiedelten Technologielinien Hessen-Biotech, Hessen-Umwelttech, Hessen-Nanotech und Hessen-IT koordinieren diese Aktivitäten. Die HTAI verfügt über ein breites Spektrum an KMU-bezogenen Serviceangeboten für Technologie-Anbieter und -Anwender.

Bei all diesen Ansätzen spielen die Aktivitäten der Technologielinie Hessen-IT als zentrale Kommunikations- und Vernetzungsplattform der hessischen IKT-Branche eine besondere Rolle. Ihr übergreifendes Ziel ist, Hessen für die digitale Gesellschaft vorzubereiten und als führenden IT- und Kommunikationsstandort zu stärken und zu vermarkten.

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Maßnahmen zur Zielerreichung

Wissens- und Technologietransfer optimieren

Der Wissens- und Technologietransfers zwischen Wissenschaft, Anbietern und Anwendern wird weiter gefördert. Ziel ist, dass wissenschaftliche und technologische Erkenntnisse immer rascher in der Praxis eingesetzt werden können.

Grundvoraussetzung eines erfolgreichen Wissens- und Technologietransfers ist, dass alle Beteiligten effizient miteinander vernetzt sind. Die Technologielinien der Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) bilden die Plattformen für die Stakeholder in Hessen.

Das Land unterstützt nachhaltig den Wissens- und Technologietransfer in Hessen durch viele konkrete Maßnahmen:

Mit Hilfe von Studien wird identifiziert, welche Zukunftsthemen für Hessen besondere Bedeutung besitzen. Kompetenzatlanten stellen die hessischen Kompetenzen in den Zukunfts- und Schlüsseltechnologiefeldern dar und unterstützen die Vernetzung sowie den Technologietransfer. Leitfäden zeigen die vielfältigen Implikationen, Potenziale und Herausforderungen neuer Technologien. Zusätzlich informiert die Schriftenreihe von Hessen-IT vor allem kleine und mittlere Unternehmen über die große Bandbreite und die Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien. Der Wissens- und Technologietransfer in Hessen konkretisiert sich darüber hinaus in der Förderung anwendungsnaher Innovationszentren.

Das Land unterstützt innovative Technologien aus Hessen bei der Vermarktung

Instrumente zur Vermarktung sind vor allem Veranstaltungen sowie Fach- und Leitmessen.

Das Land unterstützt hessische Unternehmen und Forschungseinrichtungen, ihr Leistungsspektrum in den Zukunfts- und Schlüsseltechnologien international zu präsentieren und zu vermarkten. Dazu ermöglicht das Land gemeinschaftliche bzw. organisierte Beteiligungen an nationalen und internationalen Technologiemessen. So betreibt Hessen drei Gemeinschaftsstände auf der IT Leitmesse CeBIT. Zusätzlich werden über Kongresse sowie Fach- und Partnerveranstaltungen Zukunftstechnologiethemen in Hessen weiter entwickelt. Der jährliche Kongress von Hessen-IT in Zusammenarbeit mit Partnern ist die zentrale hessische Veranstaltung für alle Stakeholder in der IT-Branche.

Branchenspezifische Kompetenzzentren („House-of-“ Strategie) fördern

Das Land unterstützt Innovationen in wichtigen hessischen Wirtschaftsbereichen durch branchenspezifische Kompetenzzentren unter dem Markennamen „House of“.

Für diese Kompetenzzentren werden jeweils gemeinsam Handlungskonzepte von Vertretern der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik für zentrale Strategiethemen erarbeitet. Realisiert wurden bisher das House of Finance, das House of IT, das House of Logistics and Mobility, das House of Pharma and Healthcare sowie das House of Energy. Allen gemeinsam ist die Verbindung von kooperativer Forschung, Weiterbildung und Transfer.

Insbesondere die Förderung des „House of IT“ leistet einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Strategie Digitales Hessen.

Digitale Infrastrukturen und Digitalisierung fördern und finanzieren

Das Land bietet umfangreiche Förderinstrumente und betriebliche Finanzierungshilfen, um Infrastrukturen zu entwickeln und die Digitalisierung Hessens voranzutreiben. Hinzu kommen dedizierte Förder- und Finanzierungsmaßnahmen für Start-ups in Hessen.

Um digitale Infrastrukturen gezielt zu fördern und zu finanzieren, bietet das Land zahlreiche Programme und Maßnahmen:

  • Das Darlehens- und Bürgschaftsprogramm der WIBank hat ein Volumen von 350 Mio. €.
    Damit wird der Aufbau von Breitbandinfrastrukturen mit anschließender Vermietung
    durch einen Netzbetreiber (sog. Betreibermodell) finanziert.
  • Aus Landesmitteln (der sog. Digitalen Dividende II) fördert Hessen mit 46 Mio. €
    verschiedene NGA-Ausbauvorhaben, Migrationsvorhaben von FTTC zu FTTH sowie die
    Erschließung unversorgter Teilregionen. So ermöglicht das Land hessischen Kommunen,
    Mittel aus dem Bundesförderprogramm zum Breitbandausbau in Anspruch zu nehmen.
  • Mit 32 Mio. € aus ELER-Mitteln bezuschusst Hessen vor allem NGA-Breitband-Ausbauvorhaben in ländlichen Räumen.
  • Darüber hinaus nutzt das Land GRW- und GAK-Mitteln von jährlich rund 1,3 Mio. €,
    um kleinere NGA-Ausbaumaßnahmen in Ortsteilen oder Weilern zu realisieren.
  • Mit dem Hessischen Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) fördert das Hessische
    Finanzministerium zu attraktiven Konditionen u. a. auch Informationstechnologievorhaben
    von finanzschwachen Kommunen in ländlichen Gebieten, um diese bei der Erreichung
    des 50-Mbit-Ziels zu unterstützen.
  • Das Hessische Innenministerium fördert zudem mit Zuschüssen Breitbandvorhaben,
    die interkommunal realisiert werden.
  • Daneben stehen verschiedene Förderinstrumente (z. B. auch LOEWE-3-KMU-Verbund -
    vorhaben) für modellhafte F&E-Verbundvorhaben im Bereich Digitales Hessen zur
    Verfügung. So werden insbesondere KMU in die Lage versetzt, digitale Anwendungen
    schneller in den Markt zu bringen.

 

Digitale Transformation finanzieren: Die in Hessen bestehenden betrieblichen Finanzierungshilfen (Beteiligungskapital, Bürgschaften, Kredite, Investitionszuschüsse) erleichtern insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, die Anpassung an die digitale Transformation zu finanzieren. Diese bestehenden Fördermöglichkeiten werden verstärkt auf die Themenfelder Innovation und Digitalisierung und die sich daraus ergebenden speziellen Bedarfe fokussiert. Grundidee muss dabei sein, dass bei hohem Innovationscharakter auch höhere Ausfallrisiken getragen werden können. Mit dem beabsichtigten „Innovationskredit Hessen“, der eine Risikoteilung zwischen der jeweiligen Hausbank, dem Europäischen Investitionsfonds, der WIBank und dem Land vorsieht, werden in 2016 vermehrte Finanzierungsmöglichkeiten für die innovative hessische Wirtschaft geschaffen.

Existenzgründungen und Start-ups fördern: Für Existenzgründungen und junge Unternehmen steht speziell das Programm Hessen-Mikrodarlehen zur Verfügung.

Außerdem gibt es an der Universität Kassel ein Pilotprojekt für Frühphasenfinanzierung innovativer Gründungen aus Hochschulen. Im Zusammenspiel mit der Universität und der Kasseler Sparkasse wird Gründerinnen und Gründern geholfen, ihre Ideen in den Markt zu bringen. Mit Landeshilfe wird die kritische Frühphase für technologiegetriebene Gründungen erleichtert.

Wenn sich dieses neuartige Instrument bewährt, soll es mit regionaler Unterstützung auf ganz Hessen ausgeweitet werden. Mit der TU Darmstadt werden bereits Gespräche über ein ähnliches Projekt geführt. Voraussetzung für ein hessenweites Angebot ist, dass die jeweilige Hochschule das Projekt begleitet und aus der Region ebenfalls ein Finanzierungsbeitrag geleistet wird. Dieses Förderinstrument steht auch wissensgetriebenen Hochschulausgründungen im Digitalbereich zur Verfügung.

Programme zur Beratung des digitalen Transfers: Die Landesregierung prüft derzeit ein Beratungsprogramm für den digitalen Transfer, das sich an Industrie, Handel und Dienstleister sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft richtet. Es soll insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, leichter Informationen und Zugang zu Förderinstrumenten zu erhalten.

 

Standortmarketing des IKT-Standortes Hessen weiter ausbauen

Das Land wird seine Bemühungen zur weltweiten Vermarktung des IKT-Standortes Hessen intensivieren, um weitere Niederlassungen ausländischer IT-Firmen zu gewinnen.

Das digitale Hessen bietet zahlreiche Standortvorteile und Kooperationsmöglichkeiten. Deshalb vermarktet das Land im Rahmen der Investitionswerbung für grenzüberschreitende Kooperationen den Standort Hessen im In- und Ausland. Ob in China oder Brasilien (2014), in Indien und den USA (2015) oder in Japan und Korea (2016) – IKT-Firmen in Hessen finden große Aufmerksamkeit und sind überall in der Welt geschätzte Partner.

Die Ansiedlung neuer Niederlassungen ausländischer IT-Firmen in Hessen bestätigt den Erfolg. Deshalb wird das Land den IKT-Standort Hessen weiter profilieren, um Investitionen in und für Hessen zu mobilisieren und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen.