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Hessen einer der Spitzenstandorte der Games-Branche in Deutschland

Erste bundesweite Studie zur Computer- und Videospielindustrie attestiert Branche hohes Potenzial und nennt Herausforderungen für die Zukunft

Hessen ist einer der Top-Standorte der deutschen Games-Branche - zu diesem Ergebnis kommt die erste bundesweite Studie zur Computer- und Videospielindustrie in Deutschland. Hessische Unternehmen sind im Durchschnitt am längsten auf dem Games-Markt etabliert und liegen mit Unternehmensumsätzen von über 750 Mio. EUR im bundesweiten Vergleich weit vorne, gefolgt von Hamburg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Sie sind dabei vor allem im Bereich Entwicklung tätig, mit 85% liegt Hessen hier im Bundesvergleich an der Spitze. Befragt zu den heimischen Standortbedingungen vergibt die hessische Games-Branche im Vergleich mit den übrigen fünf führenden Standorten der Games-Branche in Deutschland, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen durchweg gute Noten: So erreichte Hessen in Bezug auf die verfügbare technische Infrastruktur im Vergleich den ersten Platz, bei den Standortfaktoren Mietpreise, Personal- und Lebenshaltungskosten rangiert es knapp hinter Berlin den zweiten Platz.

Computer- und Videospiele sind eine der innovativsten kulturellen Ausdrucksformen und Innovationstreiber. Ihre Technologien und Mechanismen finden heute weit über den Kultur- und Unterhaltungssektor hinaus Anwendung: Von der Automobilindustrie bis zum Gesundheitswesen und der Bildung profitieren zahllose Branchen von den Erfindungen der Spiele-Industrie. Die hessische Landesregierung ist sich des Potenzials der regionalen Games-Branche bewusst und möchte deren Wachstum weiter fördern: „Spielentwicklung ist ein wichtiges Segment der Kreativwirtschaft, von dem viele Impulse und Innovationen ausgehen“, so Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. „Wir freuen uns besonders, dass Hessen ein starker Branchenstandort ist. Wir wollen aber noch besser werden. Dafür liefert uns die Studie wichtige Hinweise.“

Die Studie attestiert der Games-Branche in Deutschland insgesamt ein starkes wirtschaftliches und kulturelles Potenzial: Mit einem Umsatz von 2,876 Milliarden Euro und über 650 Unternehmen mit rund 14.000 Beschäftigten gehört die Branche zu den umsatzstarken Kultur- und Kreativbranchen Deutschlands, noch vor der Musikindustrie und dem Bereich Kinofilm.

Die deutsche Games-Branche ist mittelständisch geprägt: 90 Prozent der Unternehmen erwirtschaften bis zu 5 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Von den rund 14.000 Beschäftigten der Games-Branche befinden sich 77 Prozent in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen, 76 Prozent sind fest angestellt. Im Vergleich zu anderen Bereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft ist dies ein überdurchschnittlich hoher Wert. Auch im Hinblick auf den Export unterscheidet sich die Games-Industrie von anderen Teilen der Kultur- und Kreativwirtschaft, weist sie mit 46 Prozent eine sehr hohe Exportquote auf. Allerdings werden nur 14,2 Prozent des Gesamtumsatzes auch mit in Deutschland entwickelten Produkten und Dienstleistungen erzielt.

Die Erhebungen zur Studie „Die Computer- und Videospielindustrie in Deutschland. Daten – Fakten – Analysen“ wurden zwischen Januar und Mai 2017 von der Hamburg Media School unter der Projektleitung von Prof. Dr. Oliver Castendyk und unter Mitwirkung von Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow von der Universität Paderborn durchgeführt. Gefördert und finanziert wird das Studienprojekt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, der Senatskanzlei Berlin und dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie den Verbänden der deutschen Games-Branche BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware und GAME Bundesverband der deutschen Games-Branche.

Die komplette Studie kann hier heruntergeladen werden.

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