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Digitale Städte und Regionen

Ziel der Strategie Digitales Hessen ist es, die digitale Transformation in Städten und Regionen zu begleiten, Chancen sichtbar zu machen und für die Risiken der Digitalisierung zu sensibilisieren.

Die Sammlung von Daten zu Bewegungsströmen, zu Energieverbrauch, Infrastrukturauslastung und -nutzungsverhalten mittels digitaler Technologien eröffnet den Kommunen neue und verbesserte Steuerungsmöglichkeiten und bietet Raum für neue Geschäftsmodelle:

  • In smarten Wohnquartieren können mit Hilfe intelligenter Stromnetze (Smart Grids) Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Energie optimal aufeinander abgestimmt werden. So lassen sich Leistungsschwankungen ausgleichen und die effiziente Nutzung insbesondere auch von fluktuierender erneuerbarer Energie steigern.
  • Zukunftsfähige Mobilitätskonzepte ermöglichen eine reibungslose Intermodalität. Digitale Technologien erleichtern den flexiblen und reibungslosen Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln - Bus und Bahn, E-Bike und Fahrrad, Car-Sharing. In Verbindung mit der Nutzung von Echtzeitinformationen über die aktuelle Verkehrslage oder die Auslastung öffentlicher Verkehrsmittel führt zu einer Verflüssigung des Verkehrs und Entlastung der Innenstädte.
  • Augmented Reality erzeugt in der Stadt digitale Räume und stellt Informationen an dem Ort bereit, an dem sie gebraucht werden. Das hilft bei der Parkplatzsuche, liefert Informationen zu den Angeboten des lokalen Einzelhandels oder zu touristischen Attraktionen.

Darüber hinaus ermöglicht die Digitalisierung neue Formen der Partizipation und den vereinfachten Zugang zu Verwaltungsangeboten.

Während es in den Ballungsgebieten insbesondere um eine intelligentere Nutzung und Steuerung überlasteter Infrastrukturen geht, steht der ländliche Raum durch Abwanderungstendenzen vor der Herausforderung des Erhalts einer nicht ausgelasteten Infrastruktur.

Der ländliche Raum umfasst in Hessen große Teile der Landesfläche. Mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger leben hier in rund 2.000 Gemeinden und 370 kleineren Städten. Digitale Technologien können den ländlichen Raum mit den wirtschaftlichen Zentren des Landes verbinden. Das ermöglicht ein orts- und zeitunabhängiges Arbeiten und Kommunizieren und kann darüber Standortnachteile durch lange Wege abmildern.

Für die Sicherung der Versorgungsstrukturen in den Bereichen Mobilität, Nahversorgung und Gesundheit bietet die Digitalisierung neue Lösungsansätze etwa in Form von intelligenten Einkaufsmöglichkeiten, die das Vor-Ort- und Online-Einkaufen verbinden, in Form von gemeindeübergreifenden Versorgungsketten für Güter und Postdienste oder über intermodale Verkehrslösungen, die die Mobilität über eine Verknüpfung von ÖPNV, Sammeltaxen und Mitfahrbörsen sicherstellen. Zugleich eröffnen digitale Technologien neue Wege für die Erschließung bestehender Potenziale der ländlichen Regionen - etwa im Tourismus oder in der Raumnutzung. So entstehen neue Vertriebswege und Geschäftsmodelle.

Um die Chancen, die die Digitalisierung bietet, auch den ländlichen Gebieten des Landes zugänglich zu machen, wird eine flächendeckende Breitbandversorgung als infrastrukturelle Basis benötigt. Die Landesregierung setzt sich daher besonders dafür ein, dass gerade der ländliche Raum mit hochleistungsfähigen Breitbandanschlüssen versorgt wird.

Um die Chancen der Digitalisierung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung Hessens zu erschließen, muss erprobt werden, welche digitalen Dienste und Anwendungen den Menschen nutzen.

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat im Sommer 2017 den Wettbewerb "Digitale Stadt" des IT-Branchenverbandes Bitkom in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DstGB) gewonnen. Das Gesamtprojekt "Digitale Stadt Darmstadt" kann in Hessen als Pilotprojekt für die Anwendung digitaler Technologien in Städten und Regionen dienen. Darmstadt eignet sich dafür als Blaupause in einzigartiger Art und Weise: Die Stadt verfügt über innovative Unternehmen mit herausragender IT-Kompetenz sowie über exzellente Wissenschaftseinrichtungen. Als wachsende Zukunftsstadt sind die Herausforderungen in Bezug auf Flächennutzung, Verkehr, Ressourcen- und Energieverbrauch, Demografie und Integration hier gut bekannt. Die in Darmstadt entwickelten Anwendungen und Dienste, v.a. aber die erprobten Prozesse und Strukturen, lassen sich auf andere Kommunen Hessen übertragen.

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