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Die Chancen der digitalen Transformation

  • Die Chancen der digitalen Transformation

Die Landesregierung begreift es als zentrale Aufgabe, die ökologischen, ökonomischen und sozialen Potenziale dieses weltweiten Megatrends optimal zu nutzen und seine Risiken zu minimieren. Dazu hat sie die Strategie „Digitales Hessen“ ausgearbeitet.

Diese Strategie ist in einem breiten Diskussionsprozess mit Vertretern aus Industrie, Handel, Dienstleistungsgewerbe, Forschungseinrichtungen und Verbänden sowie mit Digitalisierungs- und Anwendungsexperten erarbeitet worden. Sie konzentriert sich auf die Fragen, die auf Ebene der Landespolitik zu beantworten sind. Eine laufende Überprüfung und Anpassung stellt sicher, dass sie stets auf der Höhe der Zeit ist.

Die Digitalisierung basiert im Wesentlichen auf der Vernetzung von Prozessketten und einer durchgängigen Erfassung, Aufbereitung, Analyse und Kommunikation von Daten. Das rasche Wachstum der Speicher- und Rechenleistung, die Miniaturisierung von Sensoren und Prozessoren, die billige Massenproduktion solcher Bauteile lassen virtuelle und reale Welt zusammenwachsen. In wenigen Jahren werden weltweit 30 Milliarden Geräte miteinander vernetzt sein und Daten austauschen, die mit neuen Analysemethoden erschlossen und so zum Rohstoff einer neuen Ökonomie werden. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten sind noch gar nicht zu ermessen.

Vergleichbar ist diese Entwicklung nur mit den weltweiten Transformationsprozessen der Industrialisierung, Massenmotorisierung und Automatisierung. Sie alle steigerten Lebensqualität und Wohlstand, sie alle gingen mit massiven Umbrüchen der gesellschaftlichen Verhältnisse einher. Mit einem ganzheitlichen strategischen Ansatz will das Land seinen Beitrag leisten, dass der Übergang in das neue Informationszeitalter möglichst gleitend und konfliktarm verläuft. Das „Digitale Hessen“ soll allen Menschen zugutekommen.

Die Strategie setzt an mehreren Stellen an. Technische Grundvoraussetzung der Digitalisierung sind leistungsfähige Datenverbindungen. Die Landesregierung wird dafür sorgen, dass der digitale Wandel nicht von einer unzureichenden Infrastruktur gebremst wird. Und wenn sich immer größere Teile des privaten, öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens in elektronischen Netzwerken abspielen, muss selbstverständlich die IT-Sicherheit ein Schwerpunkt unserer Strategie sein.

In der Wirtschaft verändert die Digitalisierung in zunehmender Geschwindigkeit Wertschöpfungsketten, Geschäftsmodelle und Berufsbilder. Sie löst die Grenzen regionaler und nationaler Märkte in einem immer globaleren Wettbewerbsumfeld auf. Die Produktion wird effizienter, die Markteinführungszyklen werden kürzer. Gleichzeitig eröffnen sich neue Geschäftsfelder. Viele kleine und mittlere Unternehmen stehen aber noch am Beginn ihrer digitalen Transformation. Das Land will die Anpassung der hessischen Wirtschaft bestmöglich unterstützen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und ein nachhaltiges, ressourceneffizientes Wachstum zu erreichen.

Der Wandel der Unternehmensprozesse beeinflusst Inhalte und Formen der Arbeit sowie Qualifikationsanforderungen und Tätigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Virtuelle und reale Produktionswelten verschmelzen ebenso wie Fertigung und Service-Aktivitäten. Neue Freiräume für selbstbestimmtes Arbeiten verbessern die Möglichkeiten, Arbeit, Familie und Freizeit auszubalancieren.

Dieselbe Flexibilität kann aber auch Belastungen erzeugen: Dauernde Verfügbarkeit, Mehrarbeit, soziale Unsicherheit sind die Stichworte. Deshalb tritt die Landesregierung für den Schutz sozialer und arbeitsrechtlicher Standards ein. Klar ist auch, dass sich das Jobangebot verändern wird und es weniger Stellen für Männer und Frauen mit niedriger Qualifikationsstufe geben wird. Aus- und Weiterbildung sind die beste Antwort auf diese Entwicklung.

Enorme Chancen birgt die Digitalisierung für Umwelt, Klima und Lebensqualität. Vernetzte Fabriken und 3-D-Drucker produzieren mit weniger Ressourcen und Energieaufwand mehr Güter. In den Städten steuern umweltsensitive Leitsysteme den urbanen Verkehrsfluss. Intelligente Stromnetze schalten Tausende kleiner Erzeuger zu „virtuellen Kraftwerken“ zusammen, selbstlernende Windanlagen optimieren ihren Betrieb je nach Wetterlage. Hessen wird die Erforschung und Erprobung solcher Anwendungen unterstützen.

Darüber hinaus kann die Digitalisierung wesentlich dazu beitragen, der Abwanderung aus ländlichen Gebieten entgegenzuwirken bzw. deren Folgen zu kompensieren. Digitale Kommunikationstechniken erlauben es Unternehmen, Standorte abseits der Ballungsräume zu suchen oder ihren Beschäftigten Heim-Arbeitsplätze zu ermöglichen. Sie verbessern damit gleichzeitig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, und sie sind die Grundlage für neue dezentrale Angebote in Bildung, Gesundheit und Pflege. Deshalb setzt sich die Landesregierung mit Nachdruck dafür ein, Gesundheitseinrichtungen und Gewerbegebiete ans schnelle Internet anzuschließen.

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