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Mobilität

Hessen entwickelt die digitale, vernetzte Mobilität für ökologisch und ökonomisch effizientere Verkehrssysteme der Zukunft.
  • Mobilität

Die Mobilität von Personen und Gütern hat entscheidenden Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit sowie auf Lebensqualität und Wohlstand eines Landes.

Hierfür entwickelt Hessen derzeit die Strategie „Mobiles Hessen 2020“ als Leitlinie seiner künftigen Mobilitätspolitik. Sie strebt eine intelligente Verknüpfung der Verkehrsträger und ein verkehrsträgerübergreifendes Mobilitätsmanagement an und bezieht dabei Verkehrsinfrastrukturen und Öffentlichen Nahverkehr ebenso ein wie intelligente Verkehrssysteme und Elektromobilität.

Vernetzung hat in diesem Zusammenhang mehrere Dimensionen: die intelligente Vernetzung individueller Verkehrsteilnehmer untereinander und mit der Infrastruktur verbundene Lieferung hochpräziser Mobilitätsdaten in Echtzeit, um den Verkehr für alle effizienter und sicherer zu machen. Dazu bedarf es neben der technischen Infrastruktur eines entsprechenden Rechtsrahmens, der Datenschutz und IT-Sicherheit gewährleistet.

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Die Vernetzung der Mobilitätsdienste fördert ökologisch und ökonomisch sinnvolles Verkehrsverhalten. Sie erfordert vor allem Echtzeitinformationen und detaillierte Daten einer Wegekette von Tür zu Tür über verschiedene Verkehrsmittel hinweg, die auch mobil genutzt werden können. Diese Daten vereinfachen die Nutzung öffentlicher oder geteilter Verkehrsmittel (Shared Mobility) und helfen, den Individualverkehr zu reduzieren. Ziel ist es, Hessen zum Vorreiter bei der Entwicklung dieser als „intermodal“ bezeichneten Form der Mobilität zu entwickeln.

Hessen setzt also auf intelligente Verkehrssysteme auf der Basis kooperativer Systeme, die Straßenbetreiber, Fahrzeuge, ihre Fahrer-/innen und andere Straßenbenutzer mobil miteinander vernetzen: Sie ermöglichen entweder die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander (Car2Car) oder mit weiteren Verkehrsteilnehmern bzw. Intelligenten Infrastrukturen (Car2X). Damit werden auch neue Formen der Verkehrsprognose und -lenkung sowie der Unfallvermeidung möglich. Hessen greift hier auf Erfahrungen aus dem Projekt simTD (Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland) im Rhein-Main-Gebiet zurück.

Für die strategische Weiterentwicklung vernetzter und kooperativer Verkehrssysteme hat die Landesstraßenbauverwaltung mit Hessen Mobil bereits 2014 einen Rahmen für Intelligente Verkehrssysteme (IVS-Rahmen) vorgestellt. Im IVS-Rahmen werden alle Maßnahmen zur Mobilitätssicherung in Hessen auf der organisatorischen, funktionalen und technischen Ebene systematisch und langfristig geplant. Der IVS-Rahmen dient als politisches Leitbild für ein neues Netzwerk intelligenter Mobilität in Hessen. Er hilft, Handlungsfelder zu identifizieren, deren vorrangige Behandlung in Hessen besonders erfolgversprechend und zielführend erscheint. Er fungiert als Grundlage für die politische Entscheidungsfindung und koordiniert das Engagement der verschiedenen Aufgabenträger in den Städten und Regionen.

Eine abgestimmte Umsetzung von IVS-Maßnahmen in den jeweiligen Verantwortungsbereichen vergrößert die Chancen, Verkehrsprobleme vor Ort zu bewältigen. Ein detaillierter IVS-Aktionsplan für Hessen zeigt bereits konkrete Maßnahmen auf.

Abb. 5: Matrix des hessischen IVS-Rahmens


Quelle: Hessen Mobil: „Rahmen für intelligente Verkehrssysteme in Hessen“

Unterstützt werden die hessischen Planungen zu intelligenten Verkehrssystemen durch zwei vom Land geförderte Einrichtungen: Das House of Logistics & Mobility (HOLM), einer Innovationsplattform für die interdisziplinäre und branchenübergreifende Zusammenarbeit bei Zukunftsfragen der Logistik und Mobilität sowie das Kompetenzcluster Intelligente Transport- und Verkehrssysteme Hessen (ITS Hessen).

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Maßnahmen zur Zielerreichung

Um Intelligente Verkehrssysteme rasch weiterzuentwickeln, konzentriert sich Hessen derzeit auf die folgenden Aktivitäten:

Vernetztes und automatisiertes Fahren fördern

Hessen wird sein großes Engagement auf dem Gebiet des vernetzten Fahrens weiter verstärken. So konnten bereits erste Anwendungen kooperativer Systeme in Europa am Markt eingeführt werden. Schrittweise sollen weitere Funktionen des automatisierten Fahrens integriert werden, um Verkehrssicherheit und -effizienz im gesamten Straßennetz weiter zu verbessern.

Hessen Mobil betreibt seit vielen Jahren Projekte zur Erprobung intelligenter, kooperativer Verkehrssysteme unter Einsatz straßenseitiger Verkehrsleittechnik. Beispiele sind die Projekte AKTIV, simTD und CONVERGE.

Konzentriert werden die Forschungsprojekte in dem bundesweit einmaligen Versuchszentrum DRIVE-Center Hessen, angesiedelt in der Verkehrszentrale Hessen (VZH).

Die Ergebnisse der langjährigen Forschungstätigkeiten münden in der europaweiten Einführung kooperativer Systeme: Im Cooperative ITS Corridor Rotterdam – Frankfurt am Main – Wien wird eine straßenseitige kooperative Infrastruktur für die ersten Anwendungen aufgebaut. Dies geschieht in enger Kooperation der EU-Mitgliedstaaten Niederlande, Deutschland und Österreich, die dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet haben.

In Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie sollen zwei kooperative Anwendungen eingeführt werden. Bei der Baustellenwarnung werden Informationen zu Baustellen, insbesondere zu Tagesbaustellen, in die Fahrzeuge weitergegeben. Hier wird auf dem in Hessen entwickelten System zur Dynamischen Ortung von Arbeitsstellen (DORA) aufgebaut. Die Verkehrslagedaten werden durch die anonymisierte Übertragung von Informationen aus den Fahrzeugen eine verbesserte Verkehrssteuerung ermöglichen. Hessen Mobil hat dabei für die Entwicklung der straßenseitigen Infrastruktur sowie die erforderlichen Module in den Verkehrszentralen im Cooperative ITS-Corridor die Vorentwicklung für Deutschland übernommen.

Damit werden kooperative Anwendungen zuerst in Hessen flächendeckend auf Autobahnen zur Verfügung stehen. Auf dieser Grundlage wird Hessen Mobil im Zusammenwirken mit der Automobilindustrie und Zulieferern die nächsten Anwendungen voranbringen. Dazu zählt die Interaktion von Rettungs-, Einsatz- und Betriebs-/Winterdienst­fahrzeugen (Einsatz­fahrzeugwarnung) oder von kooperativen Lichtsignalanlagen.

Automatisiertes Fahren korrespondiert mit den Anforderungen des vernetzten kooperativen Verkehrs. Die Automatisierung von Fahraufgaben kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Fahrfehler aufzufangen und den Fahrer zu entlasten. Daher wird das existierende hessische Testfeld für kooperative Systeme im Raum Frankfurt in den nächsten Jahren zum Testfeld für das automatisierte Fahren ausgebaut.

Hessen Mobil wird sich als Straßenbetreiber in richtungsweisenden Forschungsprojekten mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft in unterschiedlichen Anwendungsfeldern des automatisierten Fahrens engagieren: So wird im Projekt Ko-HAF bis 2018 erstmals das kooperative hochautomatisierte Fahren auf Autobahnen im Geschwindigkeitsbereich bis 130 km/h unter realen Verkehrsbedingungen erprobt. Gleichzeitig wird im Projekt aFAS ein vollautomatisiertes, d.h. völlig fahrerloses Absicherungsfahrzeug für Arbeitsstellen auf Autobahnen entwickelt und im Rahmen von Betriebsdienstaufgaben einer hessischen Autobahnmeisterei als Pilotprojekt eingesetzt. Hessen baut hierdurch seine Vorreiterrolle für optimale Verkehrssicherheit an Baustellen auf Autobahnen weiter aus.

Zugleich bietet dieses Engagement der in großem Umfang in Hessen ansässigen Automobil- und Zulieferindustrie sowie wissenschaftlichen Institutionen Erprobungs- und Einsatzfelder für innovative Verkehrssysteme unter realen Verkehrsbedingungen. Das Land wird damit als herausragender Standort für Forschung und Entwicklung des Automotive Clusters weiter- entwickelt. Hessen hat sich als ideale Modellregion erwiesen, weil es als europäische Verkehrsdrehscheibe über ein hohes Verkehrsaufkommen und eine sehr gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur verfügt.

Eine weitere Grundvoraussetzung für die Vernetzung und Konnektivität des automatisierten Fahrens ist die flächendeckende Verfügbarkeit leistungsfähiger mobiler Datennetze. Hessen wird daher den LTE-Ausbau weiterhin begleiten und im Austausch mit den Mobilfunkbetreibern hessische Interessen einbringen.

Hessen entwickelt eine Strategie für Mobilitätsdaten

Das Land wird eine Strategie entwickeln, um verkehrstechnische Daten zu erfassen, zu fusionieren und sie den Verkehrsteilnehmern zur Verfügung zu stellen. Ziel ist, die sichere und intelligente Mobilität zu unterstützen. Die Strategie berücksichtigt auch Systemarchitekturen, Cloud-Anwendungen und Geschäftsmodelle einschließlich der Rechts- und Finanzierungsgrundlagen.

Echtzeit-Verkehrsdaten werden mittlerweile von einer Vielzahl von Verkehrsträgern und Mobilitätsdienstleistern erhoben. Unter anderem werden dabei spezifische Informationen zum Nutzerverhalten über mobile Endgeräte gesammelt. Bislang bestehen noch erhebliche Hürden, wenn es darum geht, diese Echtzeitdaten verschiedener Mobilitätsdienstleister miteinander zu vernetzen. Neben Standards, technischen Schnittstellen und geeigneten Plattformen zum Austausch von Informationen und Transaktio¬nen müssen hierfür vielfach noch Geschäftsmodelle entwickelt werden. Hessen wird eine eigene Strategie für Mobilitätsdaten entwickeln, um eine valide Datengrundlage für die Realisierung der verkehrspolitischen Ziele zu gewinnen. Auf Basis einer Systemarchitektur für intelligente Mobilität werden relevante Daten erfasst, aufbereitet und digital bereitgestellt. So unterstützt das Land die verschiedenen Verkehrs- bzw. Aufgabenträger und Dienstleister im Sinne einer besseren intermodalen Verkehrsnutzung. Folgende Fragestellungen werden dabei unter anderem betrachtet:

  • Welche Daten sind grundsätzlich verfügbar?
  • Wie können Aufgaben und Rollen des Landes und der weiteren Akteure bei der Erhebung der Daten definiert werden?
  • Status quo: Wie werden die Daten bislang bereitgestellt und verwendet?
  • Welche Standardisierungen und Schnittstellendefinitionen sind notwendig?
  • Wie können Datenerfassung und -bereitstellung (u.a. in Richtung der Kommunen) sinnvoll skaliert werden?
  • Wie werden IT-Sicherheit und Datenschutz optimal integriert?

Das Land stärkt digitale Infrastrukturen des ÖPNV für die multimodale Verkehrsnutzung

Hessen arbeitet daran, dass die Digitalisierungsstrategien der Verkehrspartner im ÖPNV und die hierfür verwendeten Softwareplattformen besser synchronisiert werden. Denn vernetzte digitale Infrastrukturen bedienen die Informations- und Kommunikationsbedürfnisse der Fahrgäste deutlich besser. Dabei ist die Nutzung der Chancen zur Vernetzung des ÖPNV auch mit anderen Verkehrsträgern und Verkehrsangeboten besonders wichtig.

Die Digitalisierung eröffnet den hessischen Verkehrsverbünden eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, die Attraktivität ihrer Mobilitätsangebote weiter zu steigern. Wesentliche Potenziale liegen u.a.

  • in Echtzeitinformationen zu Position, Ankunft und Anschlussfahrten von Bussen und Bahnen,
  • in der stärkerer Synchronisierung zwischen den Nahverkehrsplänen der Aufgabenträger und der Verbünde,
  • in harmonisierten Geräteinfrastrukturen in Fahrzeugen des ÖPNV,
  • in der Kooperation mit nationalen Initiativen für echtzeitbasierte Verkehrs- und Fahrplaninformation,
  • in innovativen elektronischen Vertriebswegen (Stichwort: Automatisiertes Ticketing),
  • in der Integration anderer Verkehrsangebote wie Car- bzw. Bike-Sharing, E-Mobilität, Park and Ride etc. in die Informations- und Buchungsplattformen des ÖPNV bzw. der Anbindung alternativer Verkehrsangebote an den ÖPNV.

 

Bei mehreren dieser Themen sind in den letzten Jahren bereits große Fortschritte erzielt worden. Beispiele sind die mobilen Informations- und Ticketing-Angebote der hessischen Verkehrsverbünde, online-gestützte Sammeltaxi-Angebote in strukturschwachen Gebieten, elektronische Buchungsportale für Mitfahrgelegenheiten im ländlichen Raum (Modellvorhaben „Mobilfalt“ des NVV und „Garantiert mobil“ der OREG) und die aktive Teilnahme an deutschlandweiten Pilotprojekten zu durchgängigen elektronischen Fahrplaninformationen (DELFI).

Allerdings stehen Verkehrsverbünde und lokale Nahverkehrsorganisationen der Kommunen noch vor erheblichen Herausforderungen, um die Angebote im gesamten Verbundnetz oder verbundübergreifend anzubieten. Neben der Finanzierung gilt es vor allem, die Strategien der Verkehrspartner noch besser zu synchronisieren, um die Digitalisierung des ÖPNV in Hessen flächendeckend voranzubringen.

Das Land prüft daher im Rahmen der Strategie Mobiles Hessen 2020, welche Mandate dem ÖPNV erteilt werden sollen und wie diese finanziell unterlegt werden können. Hierfür wird die Abstimmung zwischen den Verkehrsnetzbetreibern ausgebaut, um die verschiedenen Softwareplattformen und Endgeräte besser zu vernetzen.

Intelligente Verkehrssysteme (IVS) werden in Hessen weiter ausgebaut

Hessen wird mit den Betreibern von Informations- und Navigationsdiensten ein „Netzwerk für Intelligente Mobilität in Hessen“ aufbauen. Die Erfolge zahlreicher hessischer Initiativen und Projekte für innovative Mobilitätslösungen sind eine gute Ausgangsposition, um die großen Potenziale Intelligenter Verkehrssysteme optimal zu nutzen, im Straßenverkehr wie bei der Verbesserung der Sicherheit und der Umweltbilanz des Verkehrs.

Hessen geht voran bei der Umsetzung der europäischen und nationalen Richtlinien- und Gesetzgebung zur Einführung Intelligenter Verkehrssysteme im Straßenverkehr und der notwendigen Schnittstellen zu anderen Verkehrsträgern. Diesem Zweck dienen der Ausbau Intelligenter Verkehrssysteme und die Entwicklung der Verkehrszentrale Hessen.

Der Nutzen Intelligenter Verkehrssysteme besteht vor allem in der höheren Verkehrssicherheit für alle Teilnehmer. Ein intelligentes Baustellen- und Störfallmanagement bietet große Potenziale. Innovative Lösungen, wie sie im Rahmen der „Baustelle im 21. Jahrhundert" erfolgreich getestet wurden oder ein hessenweit einsetzbares Planungs- und Informationssystem für Arbeitsstellen (PIA), werden daher weiterentwickelt.

Intelligente Verkehrssysteme entfalten ihre größte Wirkung dann, wenn sie verkehrsträgerübergreifend betrieben und genutzt werden. Dazu hat Hessen mit dem sog. Strategiemanagement, das eine virtuelle Vernetzung von Leitzentralen vorsieht, die methodischen Grundlagen entwickelt. Mit der hessischen Initiative LISA wurde bereits eine übergreifende Zusammenarbeit auf Länderebene etabliert.

Nach dem hessischen IVS-Rahmen wird ein „Netzwerk für intelligente Mobilität in Hessen“ als Basis aufgebaut. Ausgehend von der Rhein-Main-Region werden nationale Mobilitätskorridore in Richtung europäischer Nachbarländer entwickelt. Dabei werden auch Betreiber von Informations- und Navigationsdiensten einbezogen.

Neben den hoheitlichen Maßnahmen zur Verkehrslenkung etablieren sich zunehmend auf die individuellen Mobilitätsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zugeschnittene IVS-Anwendungen. Im Rahmen des Projektes LENA4ITS hat Hessen Mobil gemeinsam mit weiteren Partnern die Grundlagen für die Zusammenarbeit von öffentlichen Verkehrsmanagement und privaten Navigationsdienste-Anbietern erarbeitet. Dieses Kooperationsmodell soll weiterentwickelt werden. Auf Basis einer zu entwickelnden Architektur für intelligente Mobilität in Hessen geht es perspektivisch auch hier um eine verkehrsträgerübergreifende Mobilitätsnavigation persönliches virtuelles Assistenzsystem, das seinen Nutzern jeweils optimale Mobilitätsangebote unterbreitet. Dieser Service soll auch Verkehrssicherheit, Effizienz und minimale Verkehrsfolgewirkung automatisch berücksichtigen.

Förderung von Start-ups im Mobilitätssektor ausbauen

Das Land Hessen wird die bisherige Unterstützung von Start-ups mit innovativen Mobilitätslösungen durch stärkere Vernetzungsaktivitäten ausweiten und verstetigen.

In Hessen hat sich eine intensive Forschung auf dem Gebiet der Satellitennavigation im Umfeld der Galileo-Initiative der EU etabliert. Mit dem Centrum für Satellitennavigation Hessen (cesah) existiert in Hessen ein Kompetenz-, Informations- und Gründerzentrum für Satellitennavigation (Galileo-Anwendungsszenarien), das vom Land Hessen, der Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie namhaften Industrie- und Forschungseinrichtungen getragen wird. Ein Schwerpunkt des cesah ist die Unterstützung von Start-ups im Bereich Mobilitätslösungen (z.B. auf den Gebieten Flottenmanagement/Koordinierung und Ressourcenplanung). Derzeit befinden sich rund 40 Firmen in der Gründerbetreuung durch cesah.

Ziel ist es nun, die in Hessen angesiedelten Start-ups stärker mit der Industrie in Hessen, aber auch bundesweit sowie international zu vernetzen, damit neue Dienste noch schneller in marktreife Produkte integriert werden können. Hierfür wird u.a. die engere Vernetzung mit dem Kompetenzcluster ITS Hessen geprüft. Dort sind heute schon zahlreiche etablierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen gebündelt, die Intelligente Transport- und Verkehrssysteme in Hessen entwickeln. Als Standort für die Start-ups bietet sich das House of Logistics & Mobility an, das sich als Inkubator bewährt hat.

Digitale Transformation im House of Logistics & Mobility (HOLM) etablieren

Das Land wird den Aufbau des Themenfeldes „Digitale Transformation“ im House of Logistics & Mobility unterstützen und dazu beitragen, dass es gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft in Hessen etabliert wird.

Digitalisierung legt die Grundlage für neue Wertschöpfungsarchitekturen: Additive Fertigung, Digitale Lieferketten, neue Instrumente zur Finanzierung dieser Lieferketten und neue Wertschöpfungsnetzwerke sind Fokusthemen, die das HOLM für das Themenfeld „Digitale Transformation“ identifiziert hat.

Der Austausch großer Datenmengen ist eine Voraussetzung der digitalen Transformation. Data Warehouses, die am HOLM angesiedelt sind, sammeln Verkehrsdaten, bereiten sie auf (smart data) und stellen sie Kunden und Unternehmen konsolidiert zur Verfügung.

Verkehrsträgerübergreifende Mobilität aus einer Hand wird künftig eine beispiellose Qualität für die Kunden bieten. Die digitale Transformation wird dazu beitragen, Verkehr zu vermeiden, zu optimieren, die Umweltwirkungen zu reduzieren und die Voraussetzung zu schaffen, um Verkehrsinfrastruktur effizienter auszulasten. Dabei steht vor allem die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Wissenschaft im Vordergrund, um neue Lösungen zu entwickeln.

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Gerd Riegelhuth
Der Einsatz intelligenter und vernetzter Verkehrssysteme verbessert die Verkehrseffizienz, reduziert die Schadstoffemissionen und erhöht die Verkehrssicherheit auf den Straßen in Hessen.

Gerd Riegelhuth, Hessen Mobil